Branche
Brennstoffzelle für industrielle, maritime und automotive Anwendungen
Beschreibung
Ein globaler Automotive-Tier-1-Lieferant weist mit seinen Serienprodukten eine hohe Abhängigkeit vom klassischen Verbrennergeschäft auf und sucht nach zusätzlichen Standbeinen, um Umsatz, Ergebnis und Beschäftigung langfristig zu sichern.
Ziel
Aufbau einer eigenständigen Business Unit, die das in Japan vorentwickelte Produkt in Europa industrialisiert und weltweit vermarktet.
Zusätzliches Standbein neben dem Verbrennergeschäft innerhalb kurzer Zeit aufgebaut.
Das Projekt in Stichworten:
- Fokussierung der jeweiligen Co-Projektleitungen auf externen Kunden/Markt sowie interne Prozesse/Organisation
- Herunterbrechen der Ziele und Maßnahmen mit regelmäßiger Verfolgung und agiler Projektsteuerung
- Schneller Aufbau einer hybriden Projektstruktur mit einem Mix aus internen Fachkräften und externen Know-how-Trägern
- Kompensation freiwerdender Kapazitäten und Umsatzrückgänge infolge des Rückgangs im klassischen Verbrennergeschäft
Ein japanischer Mischkonzern ist die globale Nummer drei im Bereich Abgasturbolader und beliefert Automotive-OEMs mit Serienprodukten aus seinen Werken in Japan, China, Thailand, den USA, Italien und Deutschland. Das High-Volume-Low-Mix-Werk am Erfurter Kreuz, an dem auch das europäische Headquarter angesiedelt ist, beliefert überwiegend deutsche OEMs.
Die OEMs reduzierten ihre Abrufe deutlich unter die ursprünglich geplanten Mengen, bedingt durch den generellen Rückgang der Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor (Boom batterielektrischer Fahrzeuge sowie Halbleiter- und Lieferkrise).
Der japanische Mutterkonzern hatte einen elektrischen Turbolader zur Optimierung der Luftzufuhr von Brennstoffzellen entwickelt und diesen in einer kleinen vierstelligen Stückzahl an einen deutschen Premium-OEM geliefert, der Fahrzeuge mit Wasserstoff- und Brennstoffzellenantrieb produziert.
Der Interim Manager (IM) Christian Lukas wurde beauftragt, am europäischen Headquarter in Thüringen eine eigenständige Business Unit aufzubauen, die die globalen Aktivitäten des japanischen Konzerns im Bereich Luftversorgung für Brennstoffzellen bündeln und ausbauen soll.
Strategie mit Maßnahmen und Budgetplanung als Grundlage für den Projekterfolg
Der IM teilte sich die Projektleitung mit einem festangestellten Mitarbeiter, der die Bereiche Technik und Markt verantwortete. Gemeinsam wurde ein strategisches Grundkonzept mit Maßnahmen und Zeitplan entworfen.
Die notwendigen Gesamtkosten (inklusive Personal) sowie die Investitionen für die nächsten fünf Jahre wurden vom IM beziffert und in der Budgetplanung der europäischen Gesellschaft verankert. Diese wurde monatlich aktualisiert.
Herr Lukas brach die Planung der für das Projekt notwendigen Mitarbeitenden auf Monatsebene herunter, entwarf die Anforderungsprofile der einzelnen Stellen, stimmte diese quer ab und steuerte gemeinsam mit HR den Prozess bis zur Besetzung der Positionen.
Mithilfe einer Kombination aus Balanced Scorecard und OKR (Objectives & Key Results) definierte der IM Ziele und Maßnahmen für Projekt-Unterteams oder einzelne Mitarbeitende auf Monatsbasis, stimmte diese ab und besprach sie monatlich im Team. Bei Bedarf wurde nachgesteuert. Die Zusammenfassung diente als monatliche Regelberichterstattung an die Geschäftsführung.
Herr Lukas koordinierte sämtliche BU-bezogenen Verträge (Geheimhaltungs-, Liefer-, Kooperationsverträge mit Systempartnern sowie Förderverträge) von der Erstellung über die Abstimmung mit den Fachabteilungen, der externen Rechtsanwaltskanzlei und den Vertragspartnern bis zur Unterzeichnung.
Für die Vernetzung der an mehreren Standorten tätigen internen und externen Projektmitarbeitenden baute der IM das kurz zuvor eingeführte MS Teams inklusive SharePoint als zentrale Plattform auf. Darüber wurde die Projektkommunikation innerhalb des Teams sowie gegenüber allen Mitarbeitenden der vier europäischen Gesellschaften gesteuert.
Herr Lukas koordinierte die alle zwei Monate stattfindenden Steering-Committee-Meetings mit den Stakeholdern der europäischen Gesellschaften und des japanischen Mutterkonzerns, protokollierte die Besprechungsergebnisse und verantwortete das Follow-up der offenen Punkte.
(Teil-)Abdeckung der Fixkosten über ein Förderprojekt und erster Vorserienauftrag nach weniger als 12 Monaten
Innerhalb von zwölf Monaten wurden 30 Mitarbeitende für das Projekt aufgebaut. Darin enthalten sind 15 Mitarbeitende, die exklusiv für die neue Business Unit arbeiten und entweder extern neu eingestellt oder intern in die neue Business Unit versetzt wurden.
Das Investitionsvolumen für die kommenden fünf Jahre lag im niedrigen zweistelligen Millionenbereich; der Break-even war für das fünfte Jahr geplant.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert ein gemeinsam mit der TU Chemnitz und Silver Atena (Leistungselektronik) eingereichtes Projekt zur Optimierung der Luftzufuhr in Brennstoffzellensystemen mit 11 Mio. Euro über einen Zeitraum von drei Jahren.
An neun Kunden aus den Bereichen Automotive Heavy Duty, Industrie und Maritim wurden erste Prototypenverkäufe der elektrischen Turbolader realisiert.
Mit einem Großkunden aus Skandinavien wurde ein Letter of Intent für die erste Serienbelieferung, beginnend ab 2023, abgeschlossen.
Mit dem japanischen Mutterkonzern wurde vereinbart, sämtliche globalen Konzernaktivitäten für elektrische Turbolader zur Anwendung in Brennstoffzellensystemen am europäischen Headquarter in Thüringen zu bündeln.